Peter Rachs Team-Kommunikation-Blog

Interessantes aus der Welt der erfolgreichen Teams und wirksamen Kommunikation

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Der Irrtum vom Geben und Nehmen

Wenn Arbeitgeber und Mitarbeiter über Geben und Nehmen reden, dann klingt das meistens so: Arbeitgeber: „Wenn du mehr leistest als ich erwarte, dann belohne ich dich mit Lob und Prämien“. Der Mitarbeiter spürt mehr als er es laut sagt: „Wenn du mich nur öfter loben und motivieren würdest, dann könnte ich viel mehr leisten.“ Also die klassische Henne-Ei-Problematik. Wer soll mit Geben anfangen? Wer darf zuerst nehmen, bevor er gibt? Schnell kommt der weise Rat: „Natürlich musst du bei dir selbst anfangen, also selber erst geben, dann wirst du auch ganz sicher etwas zurück bekommen.“ Ganz sicher? Chefs die das probieren sind schnell enttäuscht. Sie loben und geben, und trotzdem bleiben die Leute faul und nachlässig.

„Geben und Nehmen“ ist in manchen Kreisen schon ein geflügeltes Wort. Dabei ist die Logik dahinter genauso einfach wie falsch. Nicht alles was einfach ist, ist dadurch auch richtig. Und weil die Logik „Ich gebe dir etwas, dafür bekomme ich etwas von dir“ so einfach ist, ist sie auch schon sehr alt. Man findet sie schon im Alten Testament. Dort hieß es allerdings noch „Auge um Auge“. Man brauchte sehr lange, um zu erkennen, dass dieses Prinzip völlig unbrauchbar ist. Meistens führt es in eine vernichtende, für alle Seiten negative Eskalation. Richtig ist: erst wenn einer aufhört mit gleicher Münze zurückzuzahlen gehts bergauf. Die Wahrheit in Teams ist meistens: die Topleute geben ihr Bestes um die Minderleistung der Schwachen auszugleichen

 

Warum genau funktioniert Geben und Nehmen nicht?

Erstens: Haben Sie schon einmal einem Freund beim Umzug oder Renovierungsarbeiten geholfen? So oft ich das auch getan habe, nur die wenigsten dieser Freunde waren dann bei meinem Umzug zur Stelle. Und das soll hier ganz ausdrücklich kein Vorwurf sein. Sondern die Feststellung einer Tatsache. Auch ich hatte ja längst nicht bei allen, die mir jemals geholfen haben, die Chance, mich zu revanchieren. Der Austausch von Geben und Nehmen funktioniert niemals 1 zu 1.

Zweitens: Haben Sie schon einmal Trinkgeld gegeben. Richtig! Nur, wenn Sie sehr zufrieden mit einer Arbeit waren. Hätten Sie auch Trinkgeld gegeben, wenn Sie deutlich gespürt hätten, dass die Servicekraft das Trinkgeld fest erwartet? Vielleicht. Aber es hätte Ihnen keinen Spaß gemacht. Geben macht am meisten Freude, wenn es die Gegenseite nicht erwartet und deshalb umso dankbarer reagiert. Man gibt das Trinkgeld auch gerade deshalb hinterher, weil es dann keine Chance mehr für eine Gegenleistung gibt. Denn Leistung und Gegenleistung sind ein Geschäft. Aber Trinkgeld ist ein Geschenk, manchmal eine Anerkennung. Aber wenn es nur eine Erwartung erfüllt, verliert es für beide Seiten an Wert.

Zurück zur Henne-Ei-Problematik bei der Mitarbeitermotivation. Auch hier zerstört die Erwartung des Chefs die vielleicht vorhandene Leistungsfreude. Die Erwartung der Mitarbeiter, für jede Überstunde zusätzliche Zahlungen zu bekommen, zerstört die Lust des Chefs Anerkennung zu geben. Daher empfehle ich: Trennen Sie Geschäft vom Trinkgeld!

Sie haben mit Ihren Mitarbeitern einen Vertrag. Mitarbeiter machen die Arbeit für die sie bezahlt werden. Fertig. Mehr bekommen Sie nicht. Und mehr sollten Sie auch nicht erwarten.

Jetzt schaffen Sie als Arbeitgeber zusätzlich ein Klima des Gebens OHNE Erwartung einer Gegenleistung! Geben Sie großzügig „Trinkgeld“ in Form von Lob, Anerkennung, Dankbarkeit, Prämien, Geschenken, Feiern, etc. Zahlreiche psychologische Studien haben bewiesen, dass überraschende, unregelmäßige Verstärker (Belohnung) die Motivation und Leistungsbereitschaft um ein vielfaches erhöhen. Es kann aber sein, dass diese zusätzliche Leistung nicht bei Ihnen im Betrieb erbracht wird. Denn wie schon berichtet, funktioniert es nie 1 zu 1. Das Lob das bei Mitarbeiter A ohne Reaktion verpufft, sorgt bei Mitarbeiter B für zusätzliche Hausarbeit bei sich zuhause. Aber schließlich haben Sie ja keine Gegenleistung erwartet. So können Sie auch nicht enttäuscht werden. Aber Ihre Chancen auf Mehrleistung steigen ganz deutlich an.

Im fortschrittlicherem Teil der Bibel steht „Geben ist seliger als Nehmen“. Das bedeutet: Seien Sie ein Geber und erwarten Sie dafür keine Gegenleistung. So tun Sie viel fürs Gemeinwohl. So funktionieren echte Freundschaften. Nur so funktioniert die echte Liebe und Partnerschaft. Auf lange Sicht werden Sie auch selbst davon profitieren.

Nur in einem Klima, in dem Sie wenig von Ihren Mitarbeitern erwarten, ihnen aber viel zutrauen, wenn Sie in Vorleistung gehen und Sie Ihre Mitarbeiter unterstützen wo sie nur können, dann werden Sie einige hochmotivierte Spitzenkräfte bekommen. Auch wenn Sie bei manchen Mitarbeitern vielleicht gar nichts damit erreichen werden. Wenn Sie aber von Ihren Mitarbeitern immer viel fordern und ihnen signalisieren, dass sie eigentlich nicht genug leisten, dann werden Sie ganz sicher immer weniger bekommen. Und das von allen Ihren Mitarbeitern.

Der Aufbau eines Klimas für echte Leistungsbereitschaft, die aus dem Herzen der Mitarbeiter kommt, dauert viele Jahre. Sie als Chef müssen viel Zeit, Geld und Mühe in Ihre Mitarbeiter investieren. Bleiben Sie dran und lassen Sie sich dabei nicht zu früh entmutigen.

Die unbequeme Wahrheit auf dem Weg zu Erfolg und Glück lautet: Viel Geben und nichts dafür erwarten.

Der Irrtum vom Geben und Nehmen

 

Wenn Arbeitgeber und Mitarbeiter über Geben und Nehmen reden, dann klingt das meistens so:

Arbeitgeber: „Wenn du mehr leistest als ich erwarte, dann belohne ich dich mit Lob und Prämien“. Der Mitarbeiter spürt mehr als er es laut sagt: „Wenn du mich nur öfter loben und motivieren würdest, dann könnte ich viel mehr leisten.“

 

Also die klassische Henne-Ei-Problematik. Wer soll mit Geben anfangen? Wer darf zuerst nehmen, bevor er gibt? Schnell kommt der weise Rat: „Natürlich musst du bei dir selbst anfangen, also selber erst geben, dann wirst du auch ganz sicher etwas zurück bekommen.“ Ganz sicher? Chefs die das probieren sind schnell enttäuscht. Sie loben und geben, und trotzdem bleiben die Leute faul und nachlässig.

 

„Geben und Nehmen“ ist in manchen Kreisen schon ein geflügeltes Wort. Dabei ist die Logik dahinter genauso einfach wie falsch. Nicht alles was einfach ist, ist dadurch auch richtig. Und weil die Logik „Ich gebe dir etwas, dafür bekomme ich etwas von dir“ so einfach ist, ist sie auch schon sehr alt. Man findet sie schon im Alten Testament. Dort hieß es allerdings noch „Auge um Auge“. Man brauchte sehr lange, um zu erkennen, dass dieses Prinzip völlig unbrauchbar ist. Meistens führt es in eine vernichtende, für alle Seiten negative Eskalation. Richtig ist: erst wenn einer aufhört mit gleicher Münze zurückzuzahlen gehts bergauf. Die Wahrheit in Teams ist meistens: die Topleute geben ihr Bestes um die Minderleistung der Schwachen auszugleichen

 

Warum genau funktioniert Geben und Nehmen nicht?

 

Erstens: Haben Sie schon einmal einem Freund beim Umzug oder Renovierungsarbeiten geholfen? So oft ich das auch getan habe, nur die wenigsten dieser Freunde waren dann bei meinem Umzug zur Stelle. Und das soll hier ganz ausdrücklich kein Vorwurf sein. Sondern die Feststellung einer Tatsache. Auch ich hatte ja längst nicht bei allen, die mir jemals geholfen haben, die Chance, mich zu revanchieren. Der Austausch von Geben und Nehmen funktioniert niemals 1 zu 1.

 

Zweitens: Haben Sie schon einmal Trinkgeld gegeben. Richtig! Nur, wenn Sie sehr zufrieden mit einer Arbeit waren. Hätten Sie auch Trinkgeld gegeben, wenn Sie deutlich gespürt hätten, dass die Servicekraft das Trinkgeld fest erwartet? Vielleicht. Aber es hätte Ihnen keinen Spaß gemacht. Geben macht am meisten Freude, wenn es die Gegenseite nicht erwartet und deshalb umso dankbarer reagiert. Man gibt das Trinkgeld auch gerade deshalb hinterher, weil es dann keine Chance mehr für eine Gegenleistung gibt. Denn Leistung und Gegenleistung sind ein Geschäft. Aber Trinkgeld ist ein Geschenk, manchmal eine Anerkennung. Aber wenn es nur eine Erwartung erfüllt, verliert es für beide Seiten an Wert.

 

Zurück zur Henne-Ei-Problematik bei der Mitarbeitermotivation. Auch hier zerstört die Erwartung des Chefs die vielleicht vorhandene Leistungsfreude. Die Erwartung der Mitarbeiter, für jede Überstunde zusätzliche Zahlungen zu bekommen, zerstört die Lust des Chefs Anerkennung zu geben. Daher empfehle ich: Trennen Sie Geschäft vom Trinkgeld!

 

Sie haben mit Ihren Mitarbeitern einen Vertrag. Mitarbeiter machen die Arbeit für die sie bezahlt werden. Fertig. Mehr bekommen Sie nicht. Und mehr sollten Sie auch nicht erwarten.

 

Jetzt schaffen Sie als Arbeitgeber zusätzlich ein Klima des Gebens OHNE Erwartung einer Gegenleistung! Geben Sie großzügig „Trinkgeld“ in Form von Lob, Anerkennung, Dankbarkeit, Prämien, Geschenken, Feiern, etc. Zahlreiche psychologische Studien haben bewiesen, dass überraschende, unregelmäßige Verstärker (Belohnung) die Motivation und Leistungsbereitschaft um ein vielfaches erhöhen. Es kann aber sein, dass diese zusätzliche Leistung nicht bei Ihnen im Betrieb erbracht wird. Denn wie schon berichtet, funktioniert es nie 1 zu 1. Das Lob das bei Mitarbeiter A ohne Reaktion verpufft, sorgt bei Mitarbeiter B für zusätzliche Hausarbeit bei sich zuhause. Aber schließlich haben Sie ja keine Gegenleistung erwartet. So können Sie auch nicht enttäuscht werden. Aber Ihre Chancen auf Mehrleistung steigen ganz deutlich an.

 

Im fortschrittlicherem Teil der Bibel steht „Geben ist seliger als Nehmen“. Das bedeutet: Seien Sie ein Geber und erwarten Sie dafür keine Gegenleistung. So tun Sie viel fürs Gemeinwohl. So funktionieren echte Freundschaften. Nur so funktioniert die echte Liebe und Partnerschaft. Auf lange Sicht werden Sie auch selbst davon profitieren.

 

Nur in einem Klima, in dem Sie wenig von Ihren Mitarbeitern erwarten, ihnen aber viel zutrauen, wenn Sie in Vorleistung gehen und Sie Ihre Mitarbeiter unterstützen wo sie nur können, dann werden Sie einige hochmotivierte Spitzenkräfte bekommen. Auch wenn Sie bei manchen Mitarbeitern vielleicht gar nichts damit erreichen werden. Wenn Sie aber von Ihren Mitarbeitern immer viel fordern und ihnen signalisieren, dass sie eigentlich nicht genug leisten, dann werden Sie ganz sicher immer weniger bekommen. Und das von allen Ihren Mitarbeitern.

 

Der Aufbau eines Klimas für echte Leistungsbereitschaft, die aus dem Herzen der Mitarbeiter kommt, dauert viele Jahre. Sie als Chef müssen viel Zeit, Geld und Mühe in Ihre Mitarbeiter investieren. Bleiben Sie dran und lassen Sie sich dabei nicht zu früh entmutigen.

 

Die unbequeme Wahrheit auf dem Weg zu Erfolg und Glück lautet: Viel Geben und nichts dafür erwarten.

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