Peter Rachs Team-Kommunikation-Blog

Interessantes aus der Welt der erfolgreichen Teams und wirksamen Kommunikation

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So funktionieren Fertigkeiten aus Ihrem Kommunikationstraining auch in der Praxis

 

„Wenn es am meisten darauf ankommt, zeigen wir uns von unserer schlechtesten Seite!“

Kürzlich wurde ich von einem Teilnehmer eines meiner Kommunikationstrainings angesprochen. Er fand alle Inhalte extrem wichtig und in der Praxis wirksam. Nur beklagte er sich, dass er, trotz der neuen Fähigkeiten, in emotionalen Situationen – insbesondere Beziehungs-Diskussionen mit seiner Frau - immer wieder in seine alten Verhaltensweisen zurück fällt. Er wird laut, bestimmend und sarkastisch, obwohl er es als Kommunikations-Profi doch besser weiß. Mit den folgenden wichtigen Schritten - nach dem Kommunikationstraining - schaffen Sie die Umsetzung in die Praxis.

 

 

 

Eines vorweg: Sie können noch so viel in Ihrem Kommunikationstraining kognitiv begriffen haben. Wenn Sie in einer emotionalen Situation – Streit mit Ihrem Chef oder Ihrer Frau - stecken, dann schüttet Ihr Körper Adrenalin aus. Das Stammhirn übernimmt die Regierung. Das macht der Körper, damit wir bei Angriff des Säbelzahntigers 3 Dinge besonders gut können: Fliehen, Angriff oder sich tot stellen. Keine dieser drei vom Stammhirn bereitgestellten Verhaltensweisen, ist in einem heiklen Gespräch besonders nützlich. Für eine zielführende Kommunikation fehlt Ihnen jedoch jetzt das Blut im Gehirn. Vernunft ist gerade aus!

 

Was brauchen Sie also, damit Sie Ihre Erkenntnisse aus dem Kommunikationstraining in der Praxis anwenden können?

 

Die Akut-Lösung:

 

  1. Sie brauchen einen automatischen Mechanismus, einen Reflex auf Ihre „schlechten“ Strategien. Dieser Reflex muss Sie warnen, dass Sie jetzt gerade dabei sind, großen Schaden anzurichten. Eine Warnlampe muss angehen. Im Kommunikationstraining Heikle Gespräche ermitteln Sie Ihr typisches Verhalten unter Stress. Mit einer kleinen NLP-Übung können Sie an die ersten Anzeichen Ihres Stressverhaltens an so ein Warnschild koppeln.
  2. Nachdem das Warnschild aufgetaucht ist, können Sie erstmal „in Ruhe“ den Schalter suchen, der wieder Blut ins Gehirn transportiert, das Stammhirn durch das Großhirn ablöst, die Vernunft wieder einschaltet. Das gelingt Ihnen, indem Sie sich eine schwierigen Frage stellen. Eine schwierige Frage signalisiert Ihrem Körper, hier ist kein Säbelzahntiger zu bekämpfen, sondern es gilt gerade ein wichtiges kognitives Problem zu lösen. Der Körper schaltet das Adrenalin ab, das Blut fließt zurück ins Gehirn. Die beste Frage in dieser Situation: „Was will ich wirklich und wie kann ich es am besten erreichen?“

 

Die Langzeit-Lösung:

 

Kein Training, und wenn es noch so gut ist, wird sofort Ihr bisheriges Verhalten ändern. Sie werden auch nicht annähernd alle erlernten Fertigkeiten auf einmal umsetzen können. Damit von einem Kommunikationstraining etwas übrig bleibt, müssen Sie die Trainingsinhalte in kleine gut verdauliche Happen einteilen.

 

  1. Setzen Sie bereits im Training Prioritäten auf die Themen, in denen Sie das größte Entwicklungspotential, die höchste Dringlichkeit sehen.
  2. Nehmen Sie sich nur eine einzige Fertigkeit zur gleichen Zeit vor.
  3. Stellen Sie sich bildhaft, noch besser als Film, vor, was sich positiv verändert, wenn Sie diese neue Fertigkeit ab sofort beherrschen.
  4. Setzen Sie sich ein erreichbares, vielleicht etwas herausforderndes Ziel. Das Ziel muss zählbar sein. Z.B. “Heute werde ich die Fertigkeit XY 3 Mal anwenden”. Bei sehr starkem Widerstand gegen das zu übende Verhalten (z.B. ein kurzes Gespräch vorher vorbereiten) beginnen Sie mit einem Mini-Ziel. 1 Mal reicht. In den nächsten Tagen kann man es steigern. Gewohnheiten entstehen aus vielen Wiederholungen, über ca. 30-40 Tage.
  5. Machen Sie Komplizen zu Verbündeten. Komplizen verleiten Sie dazu, das unerwünschte Verhalten zu praktizieren („Komm, lass uns mal wieder über XY lästern“). Den Verbündeten weihen Sie in Ihr Übungs-Ziel ein. Er hilft Ihnen, dass Sie sich an Ihr selbst gegebenes Versprechen halten. Für spätere Beziehungsdiskussionen mit Ihrem Ehepartner können Sie z.B. ein Zeichen (Timeout) vereinbaren, falls ein Gespräch zu entgleiten droht.
  6. Stellen Sie Hürden auf, die das „alte“ Verhalten behindern. Z.B. die Aktentasche ab sofort immer erstmal im Auto lassen und zuerst die Familie begrüßen, bevor Sie zuhause wieder das Notebook einschalten. Nutzen Sie Erinnerungen (Action-Trigger), die Sie an Ihr Zielverhalten erinnern: Das können Post-its, Bildschirmschoner, Tafeln, Flipcharts, der Knoten im Taschentuch o.ä. sein.
  7. Machen Sie ein Spiel draus. Das gibt Ihrem Übungsziel mehr Leichtigkeit. Zählen Sie Ihre Erfolge permanent sichtbar auf einer „großen Anzeigetafel“ am Spielfeldrand. Am besten ist ein Wettbewerb, z.B. mit einem Kollegen.
  8. Belohnen Sie sich für Ihre Erfolge.

 

Nach den Ergebnissen des Lernforschers Ebbinghaus gehen Lerninhalte nach und nach wieder verloren. 20% schon nach einer Stunde, 70% nach 3 Tagen, nach einem Monat ist alles vergessen. Die Fleißarbeit nach dem Training kann Ihnen keiner abnehmen. Oder doch?

Wenn Sie selbst das Training für Ihr Unternehmen organisieren, können Sie Bausteine zur dauerhaften Umsetzung der Inhalte – je nach Budget -gleich mitbuchen.

 

Solche Bausteine können sein:

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