Peter Rachs Team-Kommunikation-Blog

Interessantes aus der Welt der erfolgreichen Teams und wirksamen Kommunikation

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High-Performance-Teams auch ohne Team-Entwicklung im Dschungel

15.06.2012

Jeder, der beruflich mit Team-Leistung zu tun, sollte jetzt – während der Fußball-EM – seine Augen weit aufmachen. Denn hier gibt es viel zu lernen. Mal abgesehen vom Spaß am Sport, sieht man hier gleich viele exzellente High-Performance-Teams bei der Arbeit. Man sieht Team-Geist par excellence. Und der entsteht hier meist ohne kostspielige Team-Entwicklungs-Maßnahme in der Wüste, mit Geländewagen oder auf einer einsamen Insel. Team-Entwicklung für High-Performance-Teams kann auch gut zuhause stattfinden.

Die Paradebeispiele fand ich nach den ersten 2 Spieleinsätzen der deutschen Elf.

 

 

Klose sitzt nur auf der Bank. Gomez ist an seinem Platz in der Stammelf. Nach 60 Minuten noch kein Tor. Endlich darf sich Klose über die Einwechslung freuen. Doch in der letzten Sekunde vor dem Wechsel schafft Gomez das erlösende Tor. Klose bleibt draußen. Doch er freut sich trotzdem. Hier zeigt sich das erste Gesetz der High-Performance-Teams: das Team Ziel muss über den eigenen Zielen stehen. Aber ist das nicht eigentlich völliger Blödsinn?

 

Es ist doch gar nicht möglich, dass jemand die Team-Ziele über seine Eigenen stellt. Ein Chef, der das von seinen Mitarbeitern erwartet, ist naiv und wird zwangsläufig enttäuscht. Das eigene Überleben, der eigene Status, der persönliche Vorteil, persönlicher Lustgewinn oder Schmerzvermeidung sind immer wichtiger, als der Nutzen anderer. Diese Mechanismen wirken so tief, das kann man auch mit hohem Gehalt nicht ändern.

 

Aufgrund dieser fehlgeleiteten Haltung, werden auf der Ebene der Team-Ziele die gravierendsten Fehler gemacht. Der Manager meint „Wir haben das Ziel doch klar gemacht, viel mit allen darüber geredet.“ Tatsächlich werden Ziele aber meistens vorgegeben. Euphemistisch ausgedrückt werden sie „vereinbart“. Und der Vorgesetzte glaubt, er habe alles richtig gemacht. In der Umgangssprache heißt es dann aber oft, die müssen das Ziel schlucken. Das Ergebnis ist so, wie wenn wir wahrhaftig etwas in den Hals geschoben bekommen, was wir nicht wollen. Würgereiz! Das Ziel wird wieder ausgespuckt. Es erzeugt Widerstand.

 

Wenn es um Team-Ziele geht, gibt es nur einen Weg. Das Team-Ziel muss zum eigenen Ziel des Team-Players werden. Und es muss ihm so wichtig werden, dass es in der subjektiven Bedeutung des Team-Mitgliedes höher steht, als seine ursprünglichen Ego-Ziele. Nochmal: es muss sein Ziel sein! Im englischen heißt es „buy in“. Die Team-Mitglieder müssen das Ziel kaufen. Kaufen heißt, sie müssen es wirklich haben wollen. Und sie müssen bereit sein, den Preis dafür zu zahlen.

 

Das bekommen Sie nur hin, wenn die Team-Mitglieder bei der Formulierung des Ziels eingebunden sind. Wenn das Team sich gemeinsam für das Ziel entscheidet, wenn es am Ende ihr Ziel ist. Dazu gehört auch, wenn einige andere Ziele verfolgen, allen richtig zuzuhören und das Warum zu verstehen. Oft gibt es Bedenkenträger, die eingebunden werden müssen. Und immer muss man berücksichtigen, was schlechter wird, wenn das Ziel erreicht wird.

 

Außerdem muss das Ziel unbedingt ein emotional mitreißendes Ziel sein. Wenn es um die Weltmeisterschaft geht, ist das einfach. Geht es um die Entlassung von 5000 Kollegen, wird das schon sehr schwierig. Deshalb sollte es dem Team erlaubt sein, die Strategie (Entlassungen) von Ziel (Profit) zu trennen, und einen besseren Weg vorzuschlagen. Fragen Sie Ihr Team: "was ist unsere Meisterschaft, was wollen wir erreichen?" Sprechen über den Schmerz Ihrer Kunden und wie das Team ihn beheben kann. Machen Sie einen höchst emotionalen Film darüber, wie fantastisch sich die Zielerreichung anfühlt. Fragen Sie: Wer ist unser Feind? Denn: gemeinsamer Feind eint!

 

Das Ergebnis einer solchen Diskussion mit anschließender Team-Entscheidung ist Commitment.

 

Zweites Spiel: Gomez macht 2 Tore. Dann nimmt ihn der Bundestrainer vom Platz. Klose geht rein. Gomez ist nicht enttäuscht. Sein offenbar aufrichtig gemeinter Kommentar: „Der Trainer weiß schon, was richtig ist.“ Hier zeigt sich das zweite Gesetz der High-Performance-Teams: Absolutes Vertrauen zu allen Team-Mitgliedern. Dazu zähle ich hier auch den Trainer.

 

Dafür muss jeder von jedem wissen, was genau dessen Stärken sind. Aber noch wichtiger, was sind die Schwächen. Und das aus einem für die Teamdynamik entscheidenden Grund. Sind die Schwächen offen ausgesprochen und allen klar, braucht niemand mehr etwas unter den Teppich zu kehren, zu verstecken, sich zu verstellen. Niemand wird enttäuscht. Nur die schonungslose Offenheit erzeugt echtes Vertrauen in die Leistung der Anderen.

 

Noch ein schönes Beispiel: Der niederländische Nationaltrainer tauscht den erfahren Spitzenprofi van Bommel nach der ersten Halbzeit aus. Dieser ist nicht sauer: sein Kommentar. „Ich habe schlecht gespielt. Dann muss er mich rausnehmen.“ Hier sieht man deutlich den souveränen Umgang mit Fehlern, mit Feedback und die persönliche Verpflichtung zu maximaler Qualität.

 

80/20 gilt nicht für High-Performance-Teams. Nur die Verpflichtung aller zu höchster Qualität führt zur Meisterschaft, zu echter Spitzenleistung. Hier ist das Business sogar noch härter als der Sport: Wer erster wird, macht das Geschäft. Der zweite geht leer aus. Weitere Vorteile der Verpflichtung zur Qualität: Jeder Einzelne sieht seine Verpflichtung, immer noch besser zu werden. Das geht nur durch die professionelle Nutzung von Feedback. „Feedback ist das Frühstück der Champions!“ Sie können es deshalb souverän annehmen. Nur so gedeiht das Können, das persönliches Wachstum und das permanentes Lernen. Noch höhere Qualität der Teamleistung ist die unausweichliche Folge.

 

Öffnen Sie bei aller Fußballbegeisterung auch die nächsten Tage Ihre Augen für das Sehenswerte hinter de Sport. Und lernen Sie von den Besten, wie Teams funktionieren…

 

Mehr zum Thema Team finden Sie unter Teamentwicklung

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