Peter Rachs Team-Kommunikation-Blog

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Wie Konfliktkommunikation den Gang zum Richter ersparen kann

Fotolia 49840713 XSStellen Sie sich meinen Ärger vor. Da hat doch einer ganz frech die kompletten Texte meiner Webseite kopiert und unter seinem eigenen Namen auf seine Homepage gestellt. Nicht nur, dass das ein Verstoß gegen alle guten Sitten und geltendes Urheberrecht ist. Der finanzielle Schaden der Abstrafung durch Google ist enorm.  Meine Hand griff schon zum Telefonhörer, damit mein Anwalt eine saftige Abmahnung rausschickt. Doch ein guter Kommunikationstrainer sollte Konflikte doch auch ohne Anwalt lösen können.

 

Wie Konfliktkommunikation den Gang zum Richter ersparen kann 

Kein erfundener Fall ist so schön, wie die Realität. Gerade ist es mir selbst passiert. Mein Googleranking saust in den Keller. Die Ursachenanalyse zeigt: „dublicatet content“. Da hat doch einer ganz frech meine kompletten Texte meiner Webseite kopiert und unter seinem eigenen Namen auf seine Homepage gestellt. Nicht nur, dass das ein Verstoß gegen alle guten Sitten und geltendes Urheberrecht ist. Der finanzielle Schaden der Abstrafung durch Google ist enorm. Stellen Sie sich meinen Ärger vor. Meine Hand griff schon zum Telefonhörer, damit mein Anwalt eine saftige Abmahnung rausschickt. Doch ein Kommunikationstrainer kann das natürlich besser.Vom berühmte Psychiater Viktor Frankl, der im Konzentrationslager die Logotherapie erfand, sagte einmal: „Zwischen jedem Reiz und unserer darauf folgenden Reaktion, gibt es einen kleinen Raum.“ Diesen Raum gilt es zu nutzen, bevor wir eine beinahe automatische, unüberlegte Reaktion ausführen, die wir später vielleicht bereuen würden. Ich malte mir also gerade aus, wie wohlformuliert mein Anwalt den Missetäter Rechnungen in Höhe von mehreren tausenden Euro präsentieren wird, nur damit dieser um Gnade winselnd, seine Tat bereut. Doch dieser Film ging weiter.

Meine Erfahrung sagte mir, dass der Gang zum Anwalt das Ende von konstruktiver Kommunikation bedeutet. Ein Brief von meinem Anwalt würde ihn zu seinem Anwalt zwingen. Zwei Anwälte würden sich monatelang irgendwelche harschen Stellungnahmen zuschicken. Schließlich ginge es vor Gericht. Die Richter würden dann wenig nachvollziehbare Entscheidungen hervorbringen. Am Ende hätte ich jahrelangen Ärger, einen uneinsichtigen, trotzigen Gegner und einen Stapel Anwalts- und Gerichtsrechnungen, auf denen ich sitzen bliebe. Da ist es doch vielleicht klüger, mich an meine eigenen Inhalte meiner Konflikt-Trainings zu halten.

Schritt eins: die Kosten und den Nutzen des Konfliktes abwägen. Das ist zu diesem Zeitpunkt schon weitgehend geschehen. Die Situation unverändert annehmen kam nicht in Frage: die Kosten wären zu hoch. Nutzen? Keiner! Anwalt und Gericht aber kamen ebenso wenig in Frage. Aber den Konflikt offen ansprechen und aus der Welt schaffen, ja, das könnte gehen.

Ich muss mir an dieser Stelle auch klar darüber werden, was ich wirklich will. Meine Wut fordert Rache. Der Bösewicht soll zittern, schwitzen, sich schämen, bluten, und für den Rest seines Lebens an mich zahlen. Außerdem will ich meine Verluste ausglichen bekommen. Schließlich habe ich selbst Stunden an diesen hervorragenden Texten gearbeitet (Sie müssen wirklich exzellent gewesen sein. Hätte sie sonst jemand kopiert?). Drittens muss der „dublicatet content“ schnellstmöglich aus dem Internet verschwinden, damit Google mich wieder mag.

Nächste Frage: Was müsste ich dafür tun, dass ich bekomme, was ich will? Jetzt kommt die Vernunft ins Spiel. Damit der Gegner das tut was ich will – nämlich schnellstmöglich meine Texte bei sich löscht - brauche ich seine Kooperation. Diese Kooperation wäre bei Verfolgung meiner Rachegelüste definitiv dahin. Würde ich ihn gegen mich aufbringen, würde das Löschen meiner Texte vielleicht Monate dauern. Streichen wir also Forderung Eins. Die Realisierung eines Schadenersatzes scheint mir angesichts der verworrenen juristischen Lage sehr zweifelhaft. Ich beschließe auch dieses Thema besser in einem kooperativen Dialog zu lösen.

Schritt zwei: Vorbereitung des Konflikt-Gespräches. Ich muss meinen Konflikt-Gegner so ansprechen, dass er mit mir gemeinsam an einer Lösung arbeitet. Folglich muss ich vermeiden, mich mit ihm zu streiten. Ich darf ihn nicht angreifen, denn dann würde er sich verteidigen. Kommuniziere ich als Geschädigter mit einem Täter, dann setze ich mich in eine moralisch höhere Position und mache ihn dadurch klein. Zu Recht, mag manch einer denken. Aber dadurch ernte ich Rechtfertigung, Gegenwehr und Trotz. Ich brauche aber Augenhöhe, Kooperation, eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre. Um das zu erreichen, denke ich an das Mantra „Es gibt keine Wahrheit!“ Ich kenne die Wahrheit nicht, ich kenne nur meine Sicht der Dinge. Ich denke an den „fundamentalen Attributionsfehler“. Dieser besagt, dass wir Menschen uns permanent irren, wenn wir das Verhalten anderer beurteilen. Wir unterstellen Böswilligkeit oder grenzenlose Dummheit. Und oft tun wir anderen damit unrecht. Fast so, als würden wir selbst nie Fehler machen. Die richtige Haltung für so ein Gespräch ist Neugierde, Augenhöhe und die Suche nach einer gemeinsamen Lösung.

Ich lege mir eine Gesprächstaktik zurecht. So, wie ich es selber unterrichte: Erzeuge Sicherheit: keine Angriffe oder Vorwürfe oder gar Drohungen. Schaffe Sympathie: Finde Gemeinsamkeiten (wir sind beide Kommunikationstrainer. Nur Du bist auch noch ein Sausack…äh halt, nein, das darf ich jetzt nicht denken…den letzten Satz bitte sofort wieder streichen. Meine innere Haltung muss ich sofort ändern!), Freundlichkeit ausstrahlen: Lächeln. Ihn neugierig und offen auffordern, seine Sicht der Dinge zu schildern. Zum Schluss, freundlich aber bestimmt fordern, was ich wirklich will. Auch im schlimmsten Fall – uneinsichtiger Gesprächspartner – niemals, niemals drohen. Stattdessen über natürliche Konsequenzen reden. Was ist die unvermeidbare Folge seines Verhaltens? Das wäre hier z.B. der juristische Weg – ob ich das nun will oder nicht.

Schritt 3: genauso führe ich das Gespräch. Ich starte – wie gelernt –mit den Fakten: keine Interpretationen, keine Vermutungen, keine Unterstellungen. Ich schildere meine missliche Situation und meinen erlittenen Schaden, ganz ohne einen Vorwurf zu formulieren. Und tatsächlich zeigt sich, der fundamentale Attributionsfehler hatte mal wieder voll zugeschlagen. Ich hatte einen dümmlichen, faulen, oberflächlichen Menschen erwartet, der es sich hier auf Kosten anderer sehr einfach gemacht hat. Stattdessen war mein Konfliktgegner sehr freundlich, aufgeweckt und verständnisvoll. Angesichts meines Schadens, war er auch angemessen betroffen, schuldbewusst und kooperativ. Tatsächlich hatte er meine Texte nur kopiert, um eine Dummy-Seite aufzubauen, die erst später mit „echten“ Inhalten gefüllt werden sollte. Dafür hätte ich mir wahrscheinlich auch keine eigenen Texte erarbeitet. Dass mir durch das gedankenlose Kopieren ein finanzieller Schaden entstehen würde, war ihm natürlich nicht bewusst. Das hätte so niemand, der kein SEO-Fachmann ist, ahnen können.

Schritt 4: das finden einer gemeinsamen Lösung. Die Bereitschaft, innerhalb von wenigen Stunden alles zu löschen, war so nur noch eine Selbstverständlichkeit.

Schritt 5: Die Kontrolle, ob alle Vereinbarungen eingehalten wurden. Diese erwies den vollen Erfolg meiner Konfliktlösungsstrategie. Das Problem ist ohne größere Kosten beseitigt.

Diese wahre Begebenheit zeigt, wie Konflikte entstehen, ohne dass einer der Teilnehmer einen Konflikt will. Sie zeigt, wie man Bösewichte als solche erlebt, die gar keine sind. Und Sie zeigt, wie man sich Ärger vor Gericht einhandeln kann, und wie man ihn vermeidet. Hier bekomme ich, was ich will. Gekonnt miteinander reden erspart Ihnen unnötigen Ärger und führt zu besseren Lösungen. Und genau das kann man lernen. In einem Training für Konfliktkommunikation.

 

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